Ein Teich im Handumdrehen

Ein Teich im Handumdrehen

Gartenteich
© Freepik

Kräftiger, grüner Rasen, üppige Stauden und farbenprächtige, überquellende Beete sind der Traum jeden Gärtners, aber oft kommt es vor, dass man vor genau diesem steht und trotzdem das Gefühl hat, es fehlt noch etwas zum perfekten Gartenglück. Wenn Ihnen das schon einmal passiert ist, sollten Sie über einen Gartenteich nachdenken. Denn das Element Wasser bringt ganz neue Aspekte in Ihren Garten – auch durch Pflanzen, die nur in Wassernähe gedeihen. Und ist Wasser nicht das Element des Lebens? Schnell siedeln sich neue Pflanzen an und zahlreiche Tierarten finden ein neues Zuhause. Schon ein kleiner Teich zaubert eine Idylle in Ihren Garten, an der Sie sich jeden Tag erfreuen werden.

Und wer glaubt, er müsse seinen Teich von einem Fachmann anlegen lassen, der wird begeistert sein zu erfahren, dass man nur einige wichtige Punkte berücksichtigen muss, um seinen Gartenteich selbst anzulegen. Eine der wesentlichen Voraussetzungen für gutes Gelingen ist die richtige Planung.

Planung

Finden Sie die richtige Stelle

Stellen Sie sich in Ihren Garten und schauen Sie sich einmal kritisch um. In welcher Ecke könnte ein Teich ihn bereichern? Das ist die wesentliche Überlegung, die hinter der Anlage eines Gartenteiches steht, denn ich möchte mich ja am Anblick eines Biotops erfreuen und möglichst viel Gelegenheit haben, es zu betrachten.
Haben Sie den Standort gefunden, dann überprüfen Sie, ob ein Teich sich dort verwirklichen lässt. Die Lage soll weder vollsonnig noch schattig sein. Im ersten Fall würde die warme Wassertemperatur die Entstehung von Algen begünstigen, die dem Wasser Sauerstoff entziehen und so das biologische Gleichgewicht zerstören. Im zweiten Fall würden die Teichpflanzen, die Licht und Sonne brauchen, um zu gedeihen, verkümmern.
Eine halbschattige Lage ist ideal. Unter großen Bäumen sollte kein Teich angelegt werden, da diese nicht nur Licht wegnehmen, sondern ihr Laub in das Wasser werfen und es so mit Faulstoffen anreichern.

Welche Form soll der Teich haben?

Hier kommt es hauptsächlich auf Ihren Garten und Ihren Geschmack an. Ich finde z.B. einen Teich mit leicht geschwungenen Rändern sehr schön, denn das vermittelt mehr Natürlichkeit und man kann die Randzonen üppig bepflanzen. In einen Formgarten mit geschnittenen Hecken und geometrischen Formen dagegen, passt eher ein kreisrunder Teich.
Eine längliche Teichform bringt Tiefe in den Garten und eignet sich gut für breite und kleine Gärten. An einer schmalen Stelle können Sie eine geschwungene, kleine Holzbrücke anbringen, die den Anblick noch interessanter und spannungsreicher macht.

Und der Nachbar…?

Ein weiterer Punkt, den es zu beachten gilt, ist die Nähe zur Grundstücksgrenze. Klären Sie mit Ihrem Nachbarn vorher ab, ob er mit der Anlage eines Teiches nahe der Grenze einverstanden ist. Einige Menschen befürchten Beeinträchtigungen durch quakende Frösche und Mücken. Erkundigen Sie sich beim örtlichen Grünflächenamt nach dem für Ihren Bezirk geltendem Mindestabstand.

Die Randgestaltung

Jetzt wird es farbig: denn Sumpfpflanzen sind die eigentlichen farbenprächtigen Stauden in Wassernähe. Da schlägt das Herz jedes Gärtners höher, wenn er bei den vielen herrlichen Wasser- und Sumpfpflanzen einmal so richtig zuschlagen kann. Sehen Sie sich schon vor der Teichanlage einmal in den Gärtnereien um und studieren Sie die Pflanzzettel. Sie werden feststellen, dass es für die unterschiedlichen Teichregionen auch unterschiedlichen Pflanzen gibt. Einige stehen mit der Wurzel im tiefen Wasser und blühen auf der Wasseroberfläche (z.B. die Seerose), andere wachsen in der sumpfigen Randzone und helfen, den Übergang der Teichfolie in die Erde zu verdecken (Gräser, Farne, Primelarten, Blutweiderich, Gauklerblume, usw.). Die Anlage der Randzone ist denkbar einfach: die Folie wird etwas größer gekauft als nötig, so dass sie auch noch eine kleine Mulde hinter dem Teichrand auskleidet. Das hat folgende Vorteile: Wenn der Teich überlaufen sollte, z.B. bei starkem Regen, kann das überschüssige Wasser in die Randzone fließen. Andernfalls sähe der Rasen in Teichnähe rasch vermoost und braun aus.

Vorbereitung

Sie brauchen: Teichfolie, eventuell Teichvlies (bei steinigem Boden), Grabe- und Hackgeräte, eine lange Latte, eine Wasserwaage, ein Zentimetermaß.

Die Latte benötigen Sie, um sie mit der Wasserwaage quer über die Teichränder zu legen. So können Sie messen, ob die Teichränder waagerecht sind (damit Ihnen später der Teich nicht an einer Stelle überläuft!). Mit Hacke und Spaten heben Sie die Erde entsprechend des gewünschten Grundrisses aus.

Der Teich nimmt Gestalt an

Schritt I

Markieren Sie die Teichform mit Holzstöckchen, um die Sie Kordel wickeln. So wissen Sie genau, an welcher Stelle Sie graben müssen.

Schritt II

Stechen Sie die Kanten mit dem Spaten vor und lockern Sie dann den Boden mit der Hacke oder Fräse. Heben Sie immer wieder die Erde aus. Achtung: Entfernen Sie Steine, Wurzeln und alles, was die Folie beschädigen könnte. Der Teich wird in zwei bis drei Stufen angelegt, die waagerecht sein sollten, damit später Wasserpflanzen darauf Platz finden. Die tiefste Stelle sollte mindestens ein Meter sein, wenn Sie Fische einsetzen möchten. Ansonsten besteht die Gefahr, dass im Winter der Teich zufriert! Überprüfen Sie mit Hilfe der Latte und Wasserwaage ständig, ob die Teichränder alle waagerecht zueinander liegen. Diese stufenförmige Anlage hat auch den Vorteil, dass der Teich für Tiere und Kinder nicht so gefährlich ist, wie ein Teich, der steil am Ufer abfällt. Durch Wasserpflanzen, Gräser oder Äste, die ins Wasser ragen, können sich z.B. Jungvögel, die beim Trinken ausgerutscht sind, wieder ans Ufer retten. Kinder jedoch sollten bis zu einem gewissen Alter niemals unbeaufsichtigt in der Nähe eines Gartenteiches spielen.

Schritt III

Klopfen Sie die Erde gut fest, bevor Sie – bei steinigem Boden zuerst das Vlies – und dann die Folie in den Teich legen. Es darf später keine Bodenverschiebungen mehr geben, sonst kann es Ihnen passieren, dass unter dem Gewicht des Wassers eine Stufe abbricht und die Form verloren geht. Achten Sie darauf, dass die Folie an jeder Seite gut übersteht, damit keine Erde in den Teich geschwemmt wird, wenn der einmal überlaufen sollte. Deshalb ist es auch ratsam, die Teichkante ein paar cm höher anzulegen als die angrenzende Randzone. Mit der Bepflanzung fällt das später nicht weiter auf. Auch die Sumpfbeete sollten mit der Folie ausgelegt werden, damit die Pflanzen in feuchter Erde stehen können.

Schritt IV

Jetzt können Sie das Wasser einlaufen lassen. Lassen Sie den Gartenschlauch bis zur tiefsten Stelle des Teiches hinunter. Nach anfänglichem Sprudeln und Spritzen verschwindet die Schlauchöffnung im Wasser und der Teich füllt sich langsam aber stetig.

Lotus
Lotus – © Envato Elements

Pflanzung

Man unterscheidet drei verschiedene Wasserpflanzensorten:

Schwimmblattpflanzen

deren Blätter auf der Wasseroberfläche schwimmen, und damit auch den Wassertieren Schatten spenden. Viele Schwimmblattpflanzen beziehen ihre Nahrung direkt aus dem Wasser und tragen daher zur Wasserklärung bei.

Unterwasserpflanzen

Diese wirken wie ein natürliches „Klärwerk“ und tragen maßgeblich mit zu einem klaren Wasser bei. Sie leben unter der Wasseroberfläche und speichern das im Wasser enthaltene Kohlendioxid. Bei diesem Prozess wird Sauerstoff freigesetzt, der dazu beiträgt, dass organische Substanzen mit Hilfe sauerstoffbedürftiger Bakterien zersetzt werden.

Sumpfpflanzen

Die wuchsfreudigen und farbenfrohen Sumpfpflanzen schließlich, bringen Farbe an Ihren Gartenteich.

Erde im Teich – pro und contra

Wenn Sie Erde in den Teich füllen, dürfen Sie nur die Erde, die im untersten Teil des Teiches ausgehoben wurde dafür nutzen. Alle oberen Erdschichten sind zu sehr mit Nährstoffen angereichert und belasten das Wasser zu stark. Füllen Sie die Erde ein bevor Sie das Wasser einfüllen, und lassen Sie dann das Wasser sanft über einen überlaufenden Wassereimer in den Teich laufen. Auch in das angrenzende Sumpfbeet wird nur diese Erde oder spezielle Teicherde (im Handel erhältlich) gefüllt, denn wenn der Teich einmal überläuft, dient das angrenzende Sumpfbeet als Auffangbecken und die dort vorhandene Erde könnte wieder in das Wasser gelangen. Ich würde Ihnen raten, gar keine Erde in den Teich zu füllen! Es gibt eine hervorragende Möglichkeit, auch ohne Erde Wasserpflanzen anzusiedeln. Im Fachhandel erhalten Sie Gitterkörbe, die mit Steinen beschwert werden und dann auf die entsprechenden Stufen im Teich gesetzt werden. Hier zahlt es sich aus, wenn Sie mehrere Stufen haben, denn abgesehen davon, dass Sie dort auch viel mehr an Pflanzen unterbekommen, können Sie die Pflanzen auch langsam größer werden lassen. Das bedeutet z.B.: Sie kaufen eine noch kleine Seerose, setzen Sie erst einmal auf die erste Stufe und lassen Sie langsam wachsen. Nach und nach kann sie dann immer tiefer gesetzt werden, bis sie ihren endgültigen Platz auf dem Grund des Teiches erreicht hat. Bei der Randbepflanzung Ihres Teiches können Sie wieder Ihrer Kreativität freien Lauf lassen. Es gibt so viele verschiedene Möglichkeiten, den Teichrand zu bepflanzen und ich kann Ihnen nur sagen, wie ich es gemacht habe. Im Frühling blühen kleine rosafarbene Primeln mit der gelben Sumpfdotterblume um die Wette. Sie werden abgelöst von Sumpfvergißmeinnicht, die strahlend blau hervorragend zur rosafarbenen Kuckuckslichtnelke passen. Im Mai findet dann das Feuerwerk der Iris statt. In leuchtenden Blau- und Gelbtönen beherrschen sie das Bild. Danach beginnt meine gelbe Seerose, Nuphar lutea, zu blühen, die ganz alleine auf dem ruhigen Wasser so schön wirkt, dass ich für den Rand nur noch weißen Hahnenfuß gewählt habe, der eine schöne, aber zurückhaltende Umrahmung bildet. Bis weit in den Herbst hinein blüht ab Juli der tiefrosa-farbene Blutweiderich zusammen mit blauer Wasserminze und weißem Baldrian und sorgt für stimmungsvolle Spätsommerbilder.

Formel zum Berechnen der Foliengröße

Beispiel eines Teiches von 4 x 5 Metern und 80 cm Tiefe:

  • 400 cm Länge + 2 x 80 cm Tiefe + 2 x 50 cm Rand = 660 cm
  • 500 cm Länge + 2 x 80 cm Tiefe + 2 x 50 cm Rand = 760 cm

Sie bräuchten für einen Teich mit diesen Maßen also ein Stück Folie in der Größe 660 cm x 760 cm!

Wasserpflanzen

NameBlüteFarbeBesonderheiten
Hechtkraut (Pontederia cordata)VI-VIIIblaufür flache Wasser
Seerose (Nymphea-Hybriden)ab Vweiß, gelb, rosa, rotWasserpflanze
Froschbiß (Hydrocharis morus-ranae)VII-VIIIweißhilft gegen Algenwuchs
Wassersellerie (Berula erecta)VII-XIweißwasserklärend
Wasserpest (Elodea canadensis)VI-VIIIunscheinbarschnelles Wachstum, liefert Sauerstoff
Wasserhyazinthe (Eichhornia crassipes)VII-IXviolettnicht winterfest
Wasserknöterich (Polygonum amphibium)VI-IXrosa, rotschnelles Wachstum
Trollblume
Trollblume – © Envato Elements

Pflanzen für den Teichrand

NameBlüteFarbeBesonderheiten
Bergenie (Bergenia)III-VIrosa, weißattraktive Blätter
Sumpfdotterblume (Caltha palustris)III-VIgelb, weißleuchtet auch in dunklen Ecken
Sumpfvergißmeinnicht (Myosotis palustria)IV-VIblaugroße, dekorative Blätter
Kuckuckslichtnelke (Lychnis flos-cuculi)IV-VIIhellrosavermehrt sich schnell
Günsel (Ajuga reptans)VI-VIIIblauBodendecker
Sumpfschwertlilie (Iris pseudacorus)V-VIgelbelegante Form
Trollblume (Trollius europaeus)V-VIgelbschöne, leuchtende Blüten

Tipp

Beim Kauf einer Seerose achte man darauf, dass der Wurzelstock (Rhizom) keine fauligen Stellen aufweist. Es ist vorteilhafter, anstatt loser Rhizomstücke Pflanzen mit Topfballen zu kaufen.

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