Gärtnern nach dem Mond – Was bringt es wirklich?

Gärtnern nach dem Mond – Was bringt es wirklich?

Mond
© Twenty20

„Was ist denn nun wirklich dran, am Vollmond?“ Diese Frage stellte ich mir, nachdem ich nach einer Vollmondnacht völlig erhitzt und verspätet noch schnell an unserem Kaffee schlürften. Lassen Sie sich überraschen, was ich für sie herausgefunden habe.

Als ich heute morgen mit meinem Hund im Wald spazieren ging, war alles noch in Ordnung. Aber kaum war ich unter Menschen, da ging es auch schon los. Vor dem Supermarkt bekam ich keinen Parkplatz, weil 2 Kleinwagen so geparkt standen, dass sie ungefähr 4 Stellplätze beanspruchten. An der Gemüsetheke wollte ich eigentlich nur links abbiegen, da fuhr mir eine alte Dame rüde mit ihrem Einkaufswagen über den Fuß und fauchte mich an: „Passen Sie doch auf!“ Als sich dann an der Kasse auch noch ein Geschäftsmann mit einer Packung Zigaretten und einem Joghurt vordrängelte, war es vorbei. Ich war ja sowieso heute irgendwie genervt, aber das war doch wirklich die Krönung. Da seufzte eine Frau etwas weiter hinten in der Schlange: „Ja, ja, wir haben mal wieder Vollmond“ – und alle wirkten irgendwie erleichtert, lächelten sich nachsichtig an, und die Harmonie war wieder hergestellt. Der Vollmond war Erklärung genug.
Wussten Sie schon, das der Dorffriseur früher sonntags nach der Kirche seinen Laden öffnete, und das ganze Dorf sich die Haare schneiden ließ, wenn der Mond günstig stand?

Beweise für den Einfluss des Mondes auf die Erde gibt es genug!

Laut Statistik fällt an Vollmondtagen 20% mehr Regen, die Ozeane steigen um bis zu 70 cm höher und Naturkatastrophen wie Flutwellen, Überschwemmungen, Erdbeben treten verstärkt auf.

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Man unterscheidet 6 verschiedene Mondgesichter

Neumond

Der Mond steht zwischen Sonne und Erde und ist nicht zu sehen, weil nur die hintere Seite bestrahlt wird. Aus diesem Grund nannte man ihn früher auch „toter Mond“. Und wie der Name sagt, sind zu dieser Zeit die Mondkräfte schwächer.

Zunehmender Mond

Nach der Neumond-Phase schiebt sich der Mond wieder in die Sonnenstrahlen und erscheint uns als zunehmende Sichel. Die Zeit des Wachstums hat begonnen. Allgemein wächst und gedeiht jetzt alles auf der Erdoberfläche.

Vollmond

Bei Vollmond ist die Anziehungskraft des Mondes am stärksten. Jetzt dürfen keine Pflanzen beschnitten werden, weil sie zuviel Saft verlieren und verkümmern würden.
Auch Blutungen beim Menschen sind schwer zu stillen – große Operationen sollten nicht auf den Vollmond gelegt werden.

Abnehmender Mond

Die Kräfte gehen mehr in den Boden. Alles, was unterirdisch wächst, gedeiht nun gut.

Aufsteigender Mond

Steht der Mond in den Tierkreiszeichen Steinbock, Wassermann, Fische, Widder, Stier, Zwillinge spricht man vom aufsteigenden Mond.
Lassen Sie sich durch die Bezeichnung nicht irritieren – sie hat nichts mit der Erscheinungsweise des Mondes am Himmel zu tun und bezeichnet nur den Stand des Mondes im Tierkreiszeichen.
Obst und Gemüse sind besonders saftig, die oberirdische Entwicklung der Pflanzen ist günstig. Generell trocknet jedoch alles schneller aus.

Absteigender Mond

Während der Tierkreiszeichen Krebs, Löwe, Jungfrau, Waage, Skorpion und Schütze senken sich die Säfte in die Wurzeln. Ein guter Zeitpunkt für den Obstbaumschnitt.

Mondphasen
Mondphasen – © Envato Elements

Jetzt aber zur Praxis

Aussaat

Pflanzen, die über der Erde wachsen, sollten bei zunehmendem Mond ausgesät werden, während Wurzelgemüse bei abnehmendem Mond gesät wird.

Samenhaus Müller

Umpflanzen

Bei zunehmendem oder absteigendem Mond wird umgepflanzt. Besonders bei Problemfällen, z.B. bei älteren und größeren Pflanzen sehr sinnvoll. Für Balkonpflanzen gelten die Jungfrau-Tage als besonders wirksam. Dieses Tierkreiszeichen soll sich sehr gut für Pflanzarbeiten jeder Art eignen. Wir haben es für Sie einmal ausprobiert, und zwei Geranien umgetopft: die eine an einem Jungfrau-Tag, die andere an einem Schütze-Tag. Und – siehe da, Geranie Nr. 1 blühte schneller und reicher.

Rückschnitt

Schneiden Sie Pflanzen beim abnehmenden Mond zurück, möglichst an einem Löwe, Schütze oder Widder-Tag. Abnehmender Mond bedeutet für die Pflanzen, dass die Kraft nicht in die Blätter und Spitzen strömt, sondern zurückgehalten wird. Zum Beispiel wird dadurch bei einem Baumschnitt weniger Flüssigkeit auslaufen, und er verliert so keine Kraft.

Düngen

Bei abnehmendem Mond, und besonders in den Zeichen Krebs, Skorpion, Jungfrau und Fische.

Unkraut jäten

Bei abnehmendem Mond im Zeichen Steinbock. Auf keinen Fall im Zeichen Löwe.

Eigenversuch

Um dem Unkraut zu Leibe zu rücken, habe ich es auch einmal mit den Mondphasen probiert. Unter den skeptischen Blicken meiner Verwandtschaft, die besorgt rätselten, welchem Voodookult ich wohl verfallen sei, machte ich mich an einem Steinbock-Tag daran, so viele der Störenfriede wie möglich auszurupfen. Da ich die Gunst der Stunde – oder vielmehr des Mondes – natürlich auch ausnutzen wollte, verbrachte ich etliche ruhige Stunden mit dieser Tätigkeit. Einmal abgesehen von gelegentlichen Besuchern, die sich vergewissern wollten, ob ich nicht doch einen Scheiterhaufen errichtete. Danach war es natürlich selbstverständlich, dass ich jeden Morgen zuerst einmal mit scharfem Blick überprüft habe, was sich denn da alles wieder zeigt. Der Giersch traute sich als erster. Trotz meines vernichtenden Blickes dauerte es auch nicht allzu lang, bis wieder Brennnesseln da waren. Gras durfte in der geselligen Runde dann natürlich auch nicht fehlen, und auch diverse Neuzugänge waren zu verzeichnen. Und trotzdem, ich meine, dass zwar Unkraut wiedergekommen ist, aber nicht in den rauen Mengen, in denen es normalerweise bei uns einfällt. Wer glaubt schon an Wunder. Wann war noch einmal der nächste Steinbock-Tag im abnehmenden Mond? Dann probiere ich es gleich noch einmal.

Übrigens: Natürlich glauben wir heutzutage nicht mehr an die Ammenmärchen vom reißenden Werwolf, in den sich manche Menschen bei Vollmond verwandeln. Aber bei der Polizei registriert man in Vollmondnächten tatsächlich eine erhöhte Tendenz zu Gewaltdelikten und Sexualstraftaten. Laut Untersuchungen am Kanakee State Hospital Wisconsin wird bei Vollmond die Produktion des Stillhormons Prolatkin angeregt, was auch bei Männern den Sexualtrieb verstärkt.

Wie wirken die Mondkräfte

Der Mond befindet sich näher an der Erde als die Sonne. Deshalb übt er auch eine stärkere Anziehungskraft auf die Erde aus. Genauer gesagt: seine Kraft ist 2,8 mal so stark, wie die der Sonne.

Diese Kraft bewirkt folgendes

  1. Auf der dem Mond zugewandten Erdhälfte entsteht durch diese Anziehung ein Wasserberg.
  2. Aber auch auf der gegenüberliegenden – dem Mond abgewandten Seite – entsteht ein solcher Wasserberg. Durch die Anziehungskraft des Mondes wird die Erde nämlich jedes Mal ein bisschen aus ihrer Umlaufbahn um die Sonne gezogen. Durch diese Fliehkraft entsteht eine große Wasseransammlung.

So kommt es, dass bei einer Erdumdrehung in 24 Stunden das Wasser zweimal hoch steht (Flut) und zweimal niedrig (Ebbe).

Bei Voll- und Neumond unterstützt die Sonne durch ihre Anziehungskraft noch die des Mondes. Durch diese vereinten Kräfte gibt es die höchsten Wasserstandsschwankungen.
Wenn man also bedenkt, dass sowohl Pflanze als auch Mensch zu großen Teilen aus Wasser bestehen, so ist leicht nachzuvollziehen, dass diese Kräfte auch Auswirkungen auf uns haben.

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